Erntedank – Aktueller denn je!

Am ersten Sonntag im Oktober feiern wir traditionell das Erntedankfest. In diesem Jahr ist vielen von uns bewusst geworden: Prall gefüllte Supermarktregale sind keine Selbstverständlichkeit. Das Thema Lebensmittelwertschätzung ist 2020 daher besonders präsent.

Erntedank - © Axel Blees

Im Discounter haben Verbraucher normalerweise die Auswahl zwischen durchschnittlich 1.755 Artikeln aus dem Lebensmittelbereich. In größeren Supermärkten sind es sogar 15.000 Artikel, zwischen denen wir wählen können. Alles ist jederzeit verfügbar, niemand muss auf etwas verzichten. Oder? Mit Beginn der Corona-Pandemie hat sich gezeigt: So ganz stimmt das nicht. Einzelne Produkte waren teils tagelang vergriffen. Wer zum Wochenende einen Kuchen backen wollte, musste bereits Anfang der Woche Ausschau nach einem Päckchen Mehl halten. Im Allgemeinen waren jederzeit ausreichend Nahrungsmittel für jede und jeden von uns vorhanden. Dennoch hat sich gezeigt: Selbstverständlich ist das nicht.

Lebensmittel gewinnen an Bedeutung

Auch die Arbeit im Home-Office und das Fehlen gesellschaftlicher Aktivitäten haben unseren Bezug zu Lebensmitteln verändert. Eine repräsentative Ernährungsstudie im Auftrag der Heinz Lohmann Stiftung zeigt: Ein Viertel der Deutschen kocht häufiger als in der Zeit vor Corona. Wer seine Mahlzeiten selbst zubereitet, entwickelt eine höhere Wertschätzung für das Essen. Während ein gekauftes Brot schnell mal in der Tonne landet, ist das selbstgebackene Brot dafür viel zu schade. Die Zeit, die die eigene Zubereitung in Anspruch genommen hat, macht das Produkt zu etwas Besonderem. Die Auswertung einer Studie des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik e.V. und LI-Food ergibt, dass die Pandemie das Kauf- und Ernährungsverhalten der Deutschen verändert. Aus der Befragung im April lässt sich ein Anstieg der allgemeinen Bedeutung von Lebensmitteln erkennen: Rund ein Viertel der Verbraucherinnen und Verbraucher entsorgten weniger Lebensmittel als vor der Pandemie.

Regionalität boomt

Doch auch regionale Lebensmittel haben in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen: Bei einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des bayerischen Landwirtschaftsministeriums wird deutlich: Frische, heimische Produkte sind aktuell besonders gefragt. Im Zuge einer Befragung der Universität Göttingen gaben mehr als ein Drittel der Menschen an, dass ihnen der Konsum regionaler Produkte wichtiger sei als noch vor der Krise. Daraus lässt sich schließen: Die heimische Landwirtschaft erhält für die Verbraucher eine größere Bedeutung als zuvor.

Niedersachsen ist aktiv

Lebensmittelwertschätzung ist hier in Niedersachsen ein Thema. Das zeigte sich auch während der bundesweiten Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel!“ ganz deutlich. Mit

mehr als 30 eigenen Aktionen war Niedersachsen das mit Abstand aktivste Bundesland der Aktionswoche. Vom Infostand auf dem Wochenmarkt über den Podcast bis hin zum Malwettbewerb gab es vielfältige Angebote. Viele Aktive im ganzen Land haben sich mit eigenen Projekten beteiligt. Die Resonanz auf die einzelnen Aktionen: durchweg positiv.

Lebensmittelwertschätzung im Alltag verstetigten

Diese Entwicklung ist großartig und zeigt, dass das allgemeine Interesse an Lebensmitteln wächst. Als ZEHN möchten wir dazu beitragen, das Thema Lebensmittelwertschätzung in unserem Alltag zu verstetigen. An diesem Erntedank-Wochenende freuen wir uns über die Lebensmittel, die wir jeden Tag zur Verfügung haben. Dankbar sind wir aber auch für die einzelnen Momente in diesem Jahr, die uns wieder bewusstgemacht haben, wie wertvoll unsere Lebensmittel wirklich sind. 


Kontakt

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Schulze, Maren

Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen
Telefon: 0441 801-572
Telefax: 0441 801-570
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