"Messwochen 2026" in der Gemeinschaftsverpflegung
Lebensmittelabfälle in der Gemeinschaftsverpflegung kosten täglich wertvolle Ressourcen. Wie viel davon in Ihrem Betrieb vermeidbar ist, zeigt eine gezielte Abfallmessung. Sie erhalten klare Einblicke, sparen Kosten und reduzieren Verschwendung.
Das ZEHN unterstützt 30 niedersächsische Betriebe dabei – kostenfrei. Wir stellen Materialien bereit, sorgen für die professionelle Auswertung Ihrer Messungen und entwickeln gemeinsam mit einer Fachagentur wirksame Maßnahmen. In Online-Terminen können Sie sich zudem mit anderen Betrieben austauschen.
Nutzen Sie diese Chance und starten Sie in eine nachhaltigere Küchenpraxis.
Gemeinsam messen, gemeinsam handeln!
Warum wir Sie unterstützen möchten? Weil auch wir wissen, wie wertvoll Lebensmittel sind und die GV durch die Vielzahl an täglichen Mahlzeiten einen großen Unterschied machen kann. Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit möchten wir Sie gern unterstützen. Zusammen können wir in Niedersachsen viel erreichen.
Die Essenz des Angebots
- Sie messen Ihre Lebensmittelabfälle – eine Fachagentur wertet Ihre Ergebnisse aus und schlägt individuelle Maßnahmen vor.
- Zwei Messzeiträume 2026: 2. Mai – 14. Juni und 28. Sept. – 15. Nov (mindestens eine Verpflegungswoche, besser zwei)
- Online-Auftakt: 22. April; Abschluss: Dez. 2026.
- Teilnehmende erhalten Materialien, Auswertung, Empfehlungen zu Reduzierungen & Zertifikat.
- Bewerbung per E‑Mail bis 8. April 2026
- Das gesamte Angebot ist kostenlos und gilt für bis zu 30 niedersächsische Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung.
Das Rezept: So laufen die "Messwochen 2026" mit dem ZEHN ab
1. Zwei Messzeiträume im Jahr 2026
Interessierte Einrichtungen messen ihre Lebensmittelabfälle des Mittagsgeschäfts in zwei Messzeiträumen, jeweils mindestens eine Verpflegungswoche, besser zwei. Sie dokumentieren die Mengen, eine Agentur wertet sie individuell aus.
- Erster Messzeitraum: 2. Mai - 14. Juni 2026 (Erfassung Ist-Zustand)
- Zweiter Messzeitraum: 28. September - 15. November 2026 (Überprüfung Wirksamkeit der Maßnahmen)
2. Ablauf und Unterstützung
- Sie bewerben sich bis zum 15. April 2026 bei uns und erhalten eine Mitteilung zur Teilnahme (siehe Punkt 4).
- Auftakt-Veranstaltung (online) am Mittwoch, 22. April 2026, 14:30-16:00 Uhr: Die Fachagentur "pfadwechsel" stellt sich und den Ablauf vor. Ihre Fragen werden geklärt. Sie erhalten vom ZEHN erste Materialien, z. B. die Excel-Tabellen, in die Sie die Abfallmengen während der Messwochen eintragen.
- Sie messen* und senden die ausgefüllte Excel-Tabelle sowie den Speiseplan ans ZEHN (*siehe FAQ: "Was muss ich messen?"). Wir anonymisieren beides und leiten es an die Fachagentur weiter.
- Die Fachagentur wertet die Dokumente aus und leitet Maßnahmenempfehlungen ab.
- Sie erhalten von uns Rückmeldung. Im Sommer probieren Sie Maßnahmen zur Reduzierung aus.
- Die Messung im zweiten Zeitraum läuft wie beim ersten Mal. Ein Vergleich der Zahlen zeigt, ob Ihre Maßnahmen Wirkung zeigen und sich die Abfälle reduzieren.
- Bei der Abschlussveranstaltung im Dezember (online) können Sie Erfahrungen austauschen und wir präsentieren die Ergebnisse aus Niedersachsen.
- Vom ZEHN erhalten Sie Materialien zum Messen und für die interne und externe Öffentlichkeitsarbeit.
Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie zusätzlich ein Teilnahmeplakat, das Ihr Engagement im Gästeraum sichtbar machen kann.
3. Vorteile der Teilnahme
- Das ZEHN begleitet Sie auf dem Weg und steht für Rückfragen zur Verfügung.
- Sie erhalten ein Materialpaket für die interne und externe Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Poster, Texte für Ihre Website oder Social-Media-Kanäle, Umsetzungshilfen) inkl. Teilnahmezertifikat.
- Sie erhalten eine kostenlose Auswertung Ihrer Abfälle mit individuellen Empfehlungen für Maßnahmen, um Abfälle zu verringern.
- Sie sparen Kosten: für Entsorgung, für Lebensmittel die nicht gekauft werden müssen und fürs Personal, das keine unnötigen Mengen mehr vorbereitet.
- Sie sind Vorbild für nachhaltige GV, indem Sie sich gegen unnötige Verschwendung einsetzen.
4. So sind Sie dabei:
Schreiben Sie uns bis zum 8. April 2026 eine E-Mail an mit folgenden Angaben:
- Name und Ansprechpartner*in Ihres Betriebs
- Adresse
- E-Mail-Adresse & Telefonnummer (bzw. Verweis auf Signatur in der E-Mail)
- Art der Lebenswelt (z. B. Kita, Schule, Mensa, Betrieb, Kurklinik, Pflegeinrichtung)
- Messvariante (siehe FAQ "Was muss ich messen?")
- Variante 1: nur Tellerrückläufe
- Variante 2: Ausgabe* & Tellerrückläufe (*inkl. Trennung nach Komponenten)
Wichtig:
Wir möchten Betriebe unterstützen, die ein echtes Interesse an der Reduzierung von Lebensmittelabfällen haben. Bitte bringen Sie daher Verbindlichkeit für beide Messzyklen, die Maßnahmenumsetzung und die Online-Veranstaltungen mit.
Unser Angebot richtet sich an bis zu 30 Betriebe. Bei mehr Anfragen vergeben wir die Plätze nach Eingangsdatum der Bewerbung und achten auf eine ausgewogene Verteilung der Lebenswelten. Die Entscheidung erfolgt nach unserem Ermessen. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.
Nach Ablauf der Bewerbungsfrist informieren wir Sie kurzfristig, ob Ihr Betrieb einen Platz erhalten hat oder auf der Warteliste steht.
Die beauftragte Agentur "pfadwechsel" erhält Ihre Messergebnisse ausschließlich anonymisiert, ohne Nennung des Betriebs, über uns zugeschickt. Wir verwenden Ihre erhobenen Abfallmengen keinesfalls für andere Zwecke. Im Übrigen verwenden wir Ihre Daten nur, soweit dies für die Durchführung der Messaktion erforderlich ist. Hinweise zum Datenschutz finden Sie unter www.zehn-niedersachsen.de/datenschutz.
Online-Veranstaltung zum Thema am 19. März 2026: „Clever & nachhaltig – So gelingt Abfallvermeidung in Großküchen & Co.“
Im kostenlosen Web‑Talk des ZEHN zeigen wir von 14-16 Uhr, wie Großküchen in Kitas, Schulen, Reha-Zentren oder kommunale Einrichtungen mit einfachen, praxisnahen Maßnahmen Abfälle reduzieren und Kosten sparen können.
Freuen Sie sich auf kurze Fachimpulse, Praxisberichte aus erster Hand, Infos zu den "Messwochen 2026" sowie den Austausch mit Expertinnen und Experten. Sie können sich über diesen Link anmelden.
FAQ - zu den "Messwochen 2026"
Haben Sie Fragen? Hier finden Sie erste Antworten
Falls Sie darüber hinaus Fragen haben, melden Sie sich gern bei .
Bewerben Sie Ihren Betrieb bis Mittwoch, 15. April 2026, per E‑Mail an .
Bitte machen Sie in der Nachricht folgende Angaben:
- Ansprechpartner*in Ihres Betriebs
- Adresse
- E-Mail & Telefonnummer (oder Verweis auf Signatur in der E-Mail)
- Lebenswelt (z. B. Kita, Schule, Mensa, Betriebsgastronomie, Klinik, Reha, Senioreneinrichtung)
- gewählte Messvariante* (*siehe FAQ):
- Variante 1: Tellerrückläufe
- Variante 2: Ausgabe & Tellerrückläufe (mit Trennung nach Komponenten)
Teilnehmende Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung in Niedersachsen nehmen kostenfrei an folgendem Angebot teil:
- Online-Auftaktveranstaltung am 22. April 2026 (14:30–16:00 Uhr)
u. a. Überblick zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen, Vorstellung der Excel‑Messvorlage durch die Agentur "pfadwechsel", Beantwortung Ihrer Fragen.
- 1. Messung (mind. 5 Werktage, sinnvoller jedoch 10 oder mehr Tage): Zeitraum 2. Mai – 14. Juni 2026, Einsendeschluss der Excel-Arbeitsmappe: 17. Juni 2026.
- 2. Messung (mind. 5 Werktage, sinnvoller jedoch 10 oder mehr Tage): Zeitraum 28. September – 15. November 2026, Einsendeschluss der Excel-Arbeitsmappe: 17. November 2026
- Auswertung Ihrer Abfälle durch erfahrene Agentur inkl. Vorschläge für geeignete Maßnahmen und Vorher-nachher-Vergleich
- Online-Erfahrungsaustausch (Anfang Dezember, Termin folgt)
- Kurzer Online‑Fragebogen für eine Evaluierung des Projekts im ZEHN
- Unterstützung durch das ZEHN
- Wir kommunizieren die "Messwochen 2026" öffentlichkeitswirksam – Sie entscheiden selbst, ob und wie Sie sich beteiligen bzw. ob Sie Ihre Gäste über Ihre Teilnahme informieren möchten.
- Angebot von Materialien für die interne und externe Kommunikation (Sharepics, Poster für Küche oder Gästeraum, Muster-Pressemitteilung, Texte für Website etc.)
- Teilnahmeplakat: Als Anerkennung erhalten Sie nach erfolgreichem Abschluss der Messwochen ein Poster, das Sie z. B. im Gästeraum aufhängen können – ein starkes Zeichen für Ihr Engagement gegen Lebensmittelverschwendung.
Wichtig: Wir erbitten eine vollständige Teilnahme.
Ihr Nutzen: Sie erhalten eine professionelle Auswertung Ihrer Abfälle und individuelle Maßnahmenvorschläge.
Das reduziert Lebensmittelabfälle und Kosten, stärkt Ihr Küchenteam und zeigt ökologische Verantwortung.
Sie können entscheiden, welche Abfälle Sie messen möchten: Variante 1 oder Variante 2.
Die beiden Messvarianten unterscheiden sich im Aufwand und im Detailgrad der Abfallerfassung.
- Variante 1: Tellerrückläufe
- Erfassung der Tellerreste.
- Keine Komponententrennung (alles zusammen gewogen).
- Schalen, Knochen, Servietten werden aussortiert.
- Erwartete und tatsächliche Gästezahlen werden dokumentiert.
➡ Geeignet für einen schnellen Überblick über das Abfallniveau.
- Variante 2: Tellerrückläufe + Ausgabeverluste
- Die Tellerrückläufe und Gästezahlen werden wie bei Variante 1 erfasst.
- Zusätzlich:
- Produzierte Mengen werden gemessen (nach Speisekomponenten getrennt, z. B. Gemüse, Stärkebeilagen, Saucen).
- Ausgabeverluste (ebenfalls nach Speisekomponenten getrennt).
➡ Liefert ein deutlich genaueres Bild über Abfallursachen und ermöglicht zielgenauere Maßnahmen.
Warum Variante 2 oft sinnvoller ist
- Zeigt, ob Portionsanpassungen wirken oder lediglich die Abfälle vom Teller in die Ausgabe „verlagert“ werden.
- Macht sichtbar, welche Komponenten besonders häufig übrig bleiben (z. B. am Buffet).
- Berücksichtigt, dass Lebensmittel unterschiedliche Kosten und ökologische Fußabdrücke haben – eine getrennte Messung hilft, gezielt gegenzusteuern.
Soll nur das Mittagsgeschäft gemessen werden?
Wenn Sie es in Ihren Alltag einbinden können, können Sie auch gern weitere Speiseangebote des Tages dokumentieren, wie Frühstück und Abendessen. Dies ist natürlich aufwändiger, doch Sie erhalten auch einen besseren Überblick.
Wenn Sie mehr als das Mittagessen wiegen möchten, dann schreiben Sie es in Ihrer E-Mail einfach kurz dazu.
Bei Fragen können Sie das ZEHN gerne kontaktieren.
Studien zeigen, dass ein großer Anteil der Speisereste durch Tellerrückläufe entsteht (z. B. im Care-Bereich 30-40 %, in Schulen 30-60 %). Auch die Überproduktion, in die die Ausgabeverluste fallen, wenn sie die Küche verlassen, sind oft Treiber für vermeidbare Abfälle (in der Schule 30-60 %, in Betriebsrestaurants 25-55 %).
Die Bereiche Lager und Produktionsabfall haben hingegen geringere Anteile (Schule 11 %, Care-Bereich 25 %, Betriebsrestaurant 33 %) (UAW 2020: weitere Literatur: Kuntscher et al. 2020 bzw. Kuntscher et al. 2022).
Wenn Sie möchten, können Sie natürlich auch alle Bereiche in der Küche erfassen. Sprechen Sie uns gerne an.
Der tägliche Zeitaufwand ist gering und hängt von Betriebsgröße und Messvariante ab.
Für den Einstieg dauert die Messung nur wenige Minuten pro Tag:
Sie sammeln alle Abfälle in einem Eimer/Behältnis und wiegen diesen nach Ende des Mittagsgeschäfts. Das Gewicht sowie die Gästezahl tragen Sie in die Excel‑Tabelle ein – beides lässt sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren und wird schnell zur Routine.
Wer an mehreren Messstellen misst (z. B. Ausgabe und Tellerrückläufe) und Speisekomponenten getrennt erfasst, benötigt etwas mehr Zeit. Dafür erhalten Sie deutlich präzisere Daten und können Abfälle gezielter reduzieren.
Langfristig spart die Abfallreduktion Zeit:
Lebensmittel, die nicht weggeworfen werden, müssen auch nicht eingekauft, gelagert, vorbereitet, gekocht, angerichtet, abgeräumt und entsorgt werden.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Woche natürlich besser als keine Woche ist.
Doch um Trends und Erkenntnisse abzuleiten, empfiehlt es sich, jeden Wochentag mind. zwei Mal vorliegen zu haben. So lässt sich z. B. ableiten, dass der Freitag scheinbar häufiger weniger Gäste anlockt und montags früh in beiden Wochen nie Brötchen übrig bleiben. So kann die Agentur sinnvollere Maßnahmen vorschlagen, die Ihnen wirklich helfen. Dann lohnt sich auch Ihr Aufwand. Bei einer Woche gibt es mehr Spekulationen, die Ihnen weniger helfen.
Je mehr die Agentur an Daten hat, desto besser kann sie Ihre Daten auswerten. Falls Sie im Protokoll z. B. mal nur "Gemüse" notiert haben, kann die Agentur ablesen ob es die allseits beliebten "Möhren" oder der temperamentvolle "Rosenkohl mit Chili und Koriander" war.
Falls dies für Sie eine Herausforderung darstellt, sprechen Sie uns gerne an.
In diesen Zeiträumen werden Sie Ihre Abfallzahlen erheben und dokumentieren. Damit Sie möglichst zwei Wochen messen können und es für Sie passt, sind die Messzeiträume mit sechs und sieben Wochen relativ lang gewählt. Sie entscheiden, wann Sie messen.
Die Pause dazwischen (Juli, August, September) ist so lang, damit Sie die Maßnahmen auswählen, einleiten und umsetzen können, und Sie ggf. Zeit für Anpassungen haben. Jede neue Routine braucht ja ein bisschen Zeit.
Wenn Sie gemessen haben, senden Sie uns Ihr Messprotokoll plus Wochen-Speiseplan gerne zeitnah zu und nicht mit Ablauf der Einreichungsfrist. Dadurch haben wir mehr Spielraum, falls Rückfragen aufkommen.
Ja. Zwei Messungen sind wichtig, um Veränderungen zuverlässig zu erkennen. Die erste Messung zeigt den Ausgangszustand (Ist-Zustand), die zweite Messung zeigt, ob Ihre neuen, umgesetzten Maßnahmen wirken und ob die Ergebnisse dauerhaft stabil sind. Auch wenn beim ersten Messen bereits sehr gute Werte vorliegen, liefert die zweite Messung eine verlässliche Vergleichsbasis.
Jeweils fünf Tage sind dabei die Mindestdauer. Die Werte werden aussagekräftiger, je länger Sie messen. Deswegen empfehlen wir ausdrücklich mindestens zwei Wochen zu messen, je nach Lebenswelt also 10 bis 14 Tage. So lässt sich aus den Daten wesentlich mehr ablesen, Trends sind erkennbarer und die Mühe lohnt sich für Sie.
Falls Sie länger als zwei Wochen messen möchten, werden wir auch diese Werte für Sie auswerten lassen!
Wenn Sie bei der Durchführung Schwierigkeiten vermuten oder haben, sprechen Sie uns gern an.
Wenn Sie jetzt schon wissen, dass Sie in den jeweils vorgegebenen Messzeiträumen nicht messen werden können, dann sprechen Sie uns gerne an. Wir finden bestimmt eine Lösung.
FAQ - zu Lebensmittelabfällen und deren Messungen im Allgemeinen
Die Teilnahme bietet Ihrem Betrieb mehrere praktische und langfristige Vorteile:
- Fachliche Begleitung: Die Agentur "pfadwechsel" hat Erfahrung mit der Auswertung von Messprotokollen von Lebensmittelabfällen und besitzt Expertise aus Wissenschaft und Gemeinschaftsverpflegung. Sie analysiert Ihre Abfalldaten und liefert maßgeschneiderte Maßnahmen, die Sie direkt im Küchenalltag umsetzen können. Das Ganze kostenlos.
- Professionelle Kommunikationsmaterialien: Sie erhalten vom ZEHN kostenfreie PR‑Unterlagen wie Poster, Sharepics, Vorlagen für Social Media und Muster‑Pressemitteilungen – für interne und externe Kommunikation.
- Stärkung des Teams: Weniger Lebensmittelabfälle bedeuten mehr Wertschätzung für Ihr Handwerk. Ein gemeinsames Ziel steigert Motivation, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein.
- Positive Wahrnehmung bei Gästen: Gäste reagieren erfahrungsgemäß sehr positiv, wenn Küchen aktiv gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen. Ihre Teilnahme zeigt Transparenz, Nachhaltigkeit und Engagement.
- Konkrete Einsparungen: Durch Abfallreduktion sparen Sie Kosten, Ressourcen und Arbeitsaufwand – ein Vorteil für Betrieb und Umwelt.
- Gemeinsame Ziele: Sie sind dabei, wenn Niedersachsen sich für eine nachhaltigere Gemeinschaftsverpflegung auf den Weg macht.
- Finanzielle Vorteile:
Weniger Lebensmittelabfälle senken direkt Ihre Kosten.
Ein Kilogramm vermeidbarer Abfälle kostet Betriebe im Schnitt rund 4 Euro. Je nach Betriebsgröße lassen sich 5.000 bis 70.000 Euro pro Jahr einsparen (UAW 2020). - Ethische Verantwortung:
Weltweit – und auch in Deutschland – sind viele Menschen von Hunger betroffen. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln zeigt soziale Verantwortung und stärkt die Haltung Ihres Betriebes. - Umwelt schützen:
Lebensmittelverschwendung verursacht unnötige Ressourcenverbräuche und Emissionen. Weniger Abfälle bedeuten weniger klimaschädliche Auswirkungen (Umweltbundesamt) - Image & Glaubwürdigkeit:
Gäste und Mitarbeitende achten zunehmend auf Nachhaltigkeit. Betriebe, die aktiv Abfälle reduzieren, gelten als modern, verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert. - Beitrag zu nationalen Zielen:
Deutschland hat sich verpflichtet, die Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich zu reduzieren. Die Außer‑Haus‑Verpflegung, mit ihren Millionen an täglichen Gästen, leistet dazu einen wichtigen Beitrag (Umweltbundesamt).
Lebensmittelabfälle entstehen entlang der gesamten Prozesskette. Doch je später sie entstehen, desto mehr Energie für Transport, Kühlung, Zubereitung sowie Arbeitszeit ist bereits investiert worden.
Der Außer-Haus-Verpflegung (AHV), zu der die GV zählt, wird das größte Potenzial bei der Vermeidung zugesprochen:
- In der AHV werden täglich Millionen Mahlzeiten produziert. Jede Reduzierung wirkt sich daher sofort und spürbar aus.
- Köch*innen können Reste kreativ weiterverarbeiten und so Abfälle schon im Entstehungsprozess vermeiden.
- Die AHV verbindet Produktion, Großhandel und Verbraucher*innen – und kann dadurch Trends, Verhalten und Qualitätsansprüche positiv beeinflussen.
- Studien zeigen: Eine Reduktion um mindestens 30 % ist realistisch und häufig sogar übertreffbar (UAW 2020).
Kurz gesagt: Die GV sitzt an einem der stärksten Stellhebel, um Lebensmittelabfälle zu verringern – mit messbarem Effekt für Kosten, Klima und Qualität.
Laut einer Berechnung von United Against Waste e.V. aus dem Jahr 2020 kostet ein Kilogramm Lebensmittelabfall einen Betrieb etwa 4 Euro. Dies errechnet sich aus dem Warenwert und dem Lebensmittelabfall pro Mahlzeit. Da Lebensmittelpreise seit 2020 deutlich gestiegen sind, liegen die tatsächlichen Kosten heute vermutlich noch höher.
- In Beispielbetrieben entstanden je nach Betriebsart pro Mahlzeit durchschnittliche Abfallmengen von 60–100 Gramm pro Mahlzeit und Warenverluste von 25–50 Cent.
- Durch wirksame Maßnahmen können Betriebe ihre Lebensmittelabfälle um etwa 30 % reduzieren. Je nach Betriebsgröße, bisherigen Abläufen und dem angebotenen Sortiment ergibt sich daraus ein jährliches Einsparpotenzial von etwa 5.000 bis 70.000 Euro. Weitere Beispiele und Erfahrungen können im Zwischenbericht 2020 von United Against Waste e.V. nachgelesen werden.
Betriebe, die bei uns mitmachen, bitten wir, eine vorgefertigte Excel-Arbeitsmappe zu nutzen, da es die Auswertung durch die Agentur vereinfacht.
Falls Sie nicht bei der Aktion des ZEHN mitmachen, aber dennoch messen möchten, finden Sie hier folgende Angebote:
- Tabellen zum Ausfüllen am PC oder zum Ausdrucken:
- Diese kostenlose Exceltabelle von ISuN kann ausgedruckt oder am PC genutzt werden.
- Die Exceltabelle von NAHGAST enthält bereits einige Formeln zur Berechnung wie z. B. Abfallmengen pro Mahlzeit.
- PC-Programm, wie z. B. der kostenlose Küchenmonitor von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Einen kurzen Einblick erhalten Sie in diesem Video oder in dieser Anleitung.
Der Küchenmonitor bietet sich für Betriebe mit bis zu 450 Mahlzeiten pro Tag an. - Unterstützung durch Künstliche Intelligenz: verschiedene Anbieter verleihen oder verkaufen Messtools, die z. B. Fotos von den Abfällen machen, diese analysieren und die LMA automatisch messen und dokumentieren.
Dies bietet sich vor allem für sehr große Betriebe an. - Eine Übersicht mit vielen verschiedenen Tools finden Sie in der WWF-Broschüre "Erfassung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung".
- Weitere Instrumente (Checklisten, Kalkulationstabellen, Flyer, Leitfäden etc.) für die AHV stellt "Zu gut für die Tonne!" hier bereit.
- Unterstützung für Kitas und Schulen (u. a. Messtabellen, Hefte zum Thema) finden Sie auf dieser Website weiter unten.
Warum Teamwork den Unterschied macht
- Gemeinsames Handeln fördert Ideen und verbessert die Umsetzung von Maßnahmen.
- Kleine Belohnungen oder gemeinsame Ziele stärken den Teamgeist.
- Offene Kommunikation hilft, den anfänglichen Mehraufwand gering zu halten und Vorteile sichtbar zu machen.
- Machen Sie deutlich: Sie wollen gemeinsam besser werden: Es geht um Lebensmittelrettung und Qualitätsverbesserung - nicht um Mitarbeitenden-Kontrolle.
Wichtige Erfolgsfaktoren
- Benennen Sie eine verantwortliche Person, die Messungen und Erinnerungen koordiniert.
- Neue Routinen brauchen Zeit und Wiederholung – bleiben Sie geduldig.
- Jeder Beitrag zählt: Es muss nicht alles sofort perfekt laufen. Wichtig ist, dranzubleiben.
Fazit: Teamarbeit sorgt für bessere Daten, mehr Motivation und nachhaltige Erfolge bei der Reduzierung von Lebensmittelabfällen.
Seit Januar 2022 setzt die Kompetenzstelle Außer-Haus-Verpflegung, ein Bereich von United Against Waste e.V., die nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung um. Sie informiert Betriebe der Außer-Haus-Verpflegung über die Anforderungen der Beteiligungserklärung zur Zielvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Betriebe, die nach dieser anerkannten Methodik ihre Lebensmittelabfälle messen und erfolgreich Maßnahmen implementieren, können durch die KAHV ausgezeichnet werden.
Die anerkannte Methodik wurde im Rahmen des Dialogforums Außer-Haus-Verpflegung der nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung entwickelt.
Im kostenlosen Web‑Talk des ZEHN unter dem Motto: „Clever & nachhaltig – So gelingt Abfallvermeidung in Großküchen & Co.“ am Donnerstag, den 19. März 2026 ab 14:00 Uhr zeigen wir, wie Großküchen in Kitas, Schulen, Rehazentren oder kommunale Einrichtungen mit einfachen, praxisnahen Maßnahmen Abfälle reduzieren und Kosten sparen können.
Freuen Sie sich auf kurze Fachimpulse, Praxisberichte aus erster Hand, Infos zu den "Messwochen 2026" sowie den Austausch mit Expertinnen und Experten. Sie können sich über diesen Link anmelden.
Viele Betriebe haben bereits begonnen, ihre Abfälle zu reduzieren. Lassen Sie sich von diesen Erfahrungen inspirieren:
- Videos von United Against Waste: Diese zwei kurzen Videos zeigen, wie sehr die Messungen geholfen haben.
- Erfahrungsberichte von United Against Waste: verschiedene Interviews, u. a. mit dem Küchenchef Herrn Flettner aus Wilhelmshaven, der kontinuierlich misst und das "Restedinner" bei sich etabliert hat.
- Ein Interview mit Herrn Kornblum: Er ist mitverantwortlich dafür, dass seit der Lebensmittelabfallmessung und Einführung neuer Maßnahmen 60 % weniger Lebensmittelabfälle in seiner Einrichtung entstehen.
- Im Zwischenbericht 2020 von United Against Waste e.V. gibt es viele Erfahrungsberichte aus der Praxis und Messergebnisse von Beispielbetrieben.
"Zielvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung". Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. 2021.
Hintergründe zu Zahlen und Zielen, Ergebnisse und Handlungsempfehlungen zum Thema auf der Seite des Sektorspezifischen Dialogforums "Außer-Haus-Verpflegung" im Rahmen der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.
"Effiziente Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung Manuela Kuntscher, Yanne Goossens, Benjamin Golub, Thomas Schmidt, Dominik Leverenz, Gerold Hafner. 2022". Ein Projektbrief auf zwei Seiten, der sich für ein Abfall-Monitoring ausspricht.
"Unsere Zwischenbilanz" 2020 und 2017 von United Against Waste: Motivation zu Messungen, Erfahrungen, Zahlen aus erster Hand.
"Thünen Working Paper 161. Lebensmittelabfälle in der Außer-Haus-Verpflegung – Ursachen, Hemmnisse und Perspektiven". Manuela Kuntscher, Thomas Schmidt, Yanne Goossens, 2020.
In Tabelle 7 werden z. B. Ursachen von Abfällen in der Großküche aufgeführt - die gleichzeitig auch Chancen für Einsparungen bieten.
"Erfassung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung. Überblick über politische Rahmenbedingungen und vorhandene Instrumente zur Erfassung". WWF, 2019. Broschüre mit Übersicht zu verschiedenen Analyse-Tools sowie für Planungsprozesse.
Das Projekt NAHGAST (Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren in der Außer-Haus-Gastronomie) stellt online vielfältige Informationen zur Verfügung. Im Handbuch werden u. a. die Thematiken Lebensmittelabfälle, Nachhaltigkeitsbewertung von Rezepturen, Speiseplanung oder Nachhaltigkeitsmanagement aufgegriffen.
Über Tellerreste-Messungen in Senioreneinrichtungen spricht Malin Bültemeier vom Thünen-Institut im Podcast „Zu Tisch, bitte!“ der Vernetzungsstelle Seniorenverpflegung Niedersachsen (Staffel 3, Folge 7 | "Anfangen lohnt sich – weniger Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung wegwerfen!").
In diesem Interview mit Katrin Scholtyssek und Antonia Blumenthal vom Projekt "MehrWertKonsum" der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geht es über Lebensmittelverschwendung und Klimaschutz in der Kita.
Eine Arbeitshilfe zur Dokumentation von Speiseresten in der Kita von der Vernetzungsstelle Kitaverpflegung und der Verbraucherzentrale Niedersachsen können Sie hier runterladen. Enthalten sind eine Tabelle sowie eine Checkliste für Rückmeldung zur Evaluierung.
Auf der Website "Unser Kitaessen" wird das Thema Speiseabfälle aufgegriffen: u. a. stehen ein Einstiegsvideo und ein Handout von "Inform" bereit mit weiterführenden Links.
Tellerreste-Messaktion „VERSCHWENDEN BEENDEN – Telleresten auf der Spur!“: Eine umfangreiche und durchdachte Hilfestellung für Schulen, die jederzeit bei der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen bestellt werden kann. Inkludiert sind Tabellen, Checklisten, Poster, Informationsmaterialien für Schüler*innen und Lehrkräfte.
Zusätzlich gibt es auf ihrer Website weitere Informationen und eine große Sammlung mit Links zum Thema.
„Nix kommt weg - Lebensmittelretter gesucht – für eine abfallarme Schulverpflegung. Anleitung und Ideen für Aktionen mit Schülerinnen und Schülern." Ein elf-seitiges Heft von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Aktuelle Zahlen zu Abfällen in Kitas und Schulen sowie Tipps um ihnen entgegenzuwirken, hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zusammengestellt.
Weiterführende Angebote rund um das Thema Lebensmittelverschwendung:
Nachhaltigkeit ist ein Querschnittsthema
In Fächern wie Hauswirtschaft, Ethik, Sachkunde, Biologie oder Deutsch kann das Thema Nachhaltigkeit aufgegriffen werden. Die Wahl der Lebensmittel und diese nicht zu verschwenden ist ein Aspekt dabei. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zeigt viele Tipps und Möglichkeiten, um sich nachhaltiger zu ernähren, z. B. in der Broschüre "Was hat unser Essen mit dem Klima zu tun?". Besonders gut zum Thema passt der Klimatipp 2 „Lebensmittel verwenden, nicht verschwenden!“.
Lehrmaterialien und Arbeitshefte
Von Zu Gut für die Tonne! finden Sie hier verschiedene Lehrmaterialien und Arbeitsblätter.
Es kann für die Klassen 3-6 und Klassen 7-9 heruntergeladen oder als Klassensatz bestellt werden. Dort sind auch Videos veröffentlicht.
Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) stellt ebenfalls Materialien für Schulen bereit.
Für die Klassen 1-2 finden Sie Materialien zum Thema „Muss Obst immer schön sein?“
Für die Klassen 4-6 gibt es das Heft „Mein Frühstück für unsere Zukunft“. Dies behandelt das Thema Frühstück, inklusive der benötigten Ressourcen. Es eignet sich beispielsweise für eine Aktionswoche.
Für die Klassen 3-6 existieren die Materialien „Was passiert mit den Lebensmitteln, die wir nicht essen?“. Dies wurde vom Materialkompass der Verbraucherzentrale Bundesverband mit der Note „gut“ bewertet.
Die Welthungerhilfe hat das Schülerheft „Stoppt Verschwendung“ erstellt, mit Fakten, reflektierenden Fragen, Hintergründen, Links und Tipps. Dazu gibt es ebenfalls ein Lehrer*innenheft. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat es im Materialkompass mit der Note „sehr gut“ bewertet.
Das Projekt Food Lab Home hat ein Handbuch mit einem Bildungskonzept entwickelt, welches sowohl für drei Projekttage, als auch in Auszügen anwendbar ist. Online gibt es einen Food Waste Tracker. Über ihn können weggeworfene Lebensmittel eingetragen werden. Das Programm rechnet die Lebensmittel in den CO2-Verbrauch um und vergleicht es z. B. mit dem Energieverbrauch einer LED-Lampe.
Hintergrund: Lebensmittelabfälle entlang der Prozesskette
Lebensmittelabfälle zu reduzieren ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Denn: Vom Anbau in der Landwirtschaft über die Verarbeitung und Produktion bis hin zur AHV und den privaten Haushalten entstehen täglich Lebensmittelabfälle. Laut dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) fielen im Jahr 2022 rund 18 % der Lebensmittelabfälle in der AHV an. Damit ist die AHV ein bedeutender Hebel, um Veränderungen zu bewirken und nachhaltige Strukturen zu fördern.
Weitere Informationen zu den Hintergründen, Zielvereinbarungen und verschiedenen Initiativen finden Sie auf der Website des BMLEH.
.
Aktionswoche "Zu gut für die Tonne!"
Die Aktionswoche "Zu gut für die Tonne!" möchte bundesweit auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen. Während der Woche werden von verschiedenen Akteuren (Verbände, Kommunen, Betriebe, Privatpersonen etc.) eine Vielalt an Aktionen angeboten, an denen sich Interessierte beteiligen können. Eine Übersicht über alle Angebote finden Sie auf der Seite von Zu gut für die Tonne!. Jede*r ist eingeladen, selbst eigene Aktionen anzubieten.
Der Start der zweiten Messwoche beginnt daher rund um die Aktionswoche 2026.


