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Was wir vom Spargel lernen können

Von Maren Meyer

Sobald die erste Spargelernte im Jahr bevorsteht, wächst die Vorfreude auf die ersten frischen 
												   Stangen. - © ZEHN


Sobald die erste Spargelernte im Jahr bevorsteht, wächst die Vorfreude auf die ersten frischen Stangen. Für viele wird ein gemeinsames Spargelessen zu einem Event mit der ganzen Familie oder mit Freunden. Zeitschriften, Internetforen und Kochbücher sind voll mit Rezepten. Ob klassisch mit Kartoffeln und Schinken, als Flammkuchen oder im Salat – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ganz klar ist: der erste Spargel ist für viele ein Muss im Frühling. Doch was ist das Besondere an diesem Gemüse, dass wir ihm so viel Aufmerksamkeit schenken?


Zwischen April und Juni liegt die Saison des Spargels. In diesem Zeitraum sind Supermärkte und Wochenmärkte voll mit heimischem Angebot. An den Straßenrändern sprießen extra Verkaufsstände aus dem Boden. Das Besondere, ganz klar: die Produkte sind nur in diesem kurzen Zeitraum so frisch verfügbar. Spargel ist damit, ähnlich wie Grünkohl, ein Paradebeispiel aus Niedersachsen, wenn es darum geht, die Saisonalität von Lebensmitteln zu beachten.

Was vor wenigen Jahrzehnten noch selbstverständlich war, gerät heute häufig in Vergessenheit. In Zeiten, in denen fast alle Lebensmittel jederzeit und im Übermaß zu bekommen sind, verliert das Saisonale seine Bedeutung. Dem Spargel aber bringen viele auch heute noch eine besondere Wertschätzung entgegen. Wer sich bereits lange im Vorfeld auf die Zubereitung eines bestimmten Gerichts freut, isst dieses auch mit viel Genuss und teilt es gerne mit anderen.

Gleichzeitig ist es gut für die Umwelt, auf saisonale Lebensmittel zurückzugreifen. Werden Lebensmittel zur Hochsaison gekauft, sind diese im besten Fall vor Ort unter heimischen Bedingungen gewachsen. Eine zusätzliche Beheizung zum Beispiel im Gewächshaus und der Import aus südlichen Ländern fallen weg. Neben einem hohen Ressourcenverbrauch können so auch lange Transportwege eingespart werden. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) weist darauf hin, dass saisonale Produkte sogar den Geldbeutel schonen können: „Weil in kurzer Zeit große Mengen auf den Markt kommen, liegen die Preise erfreulich niedrig.“

Den Durchblick, wann was Saison hat, bieten praktische Saisonkalender. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigt auf der Internetseite Service vom Hof einen Saisonkalender für Obst und Gemüse aus niedersächsischem Anbau. Er wird auch in der gleichnamigen App zur Verfügung gestellt. Eine umfassendere Übersicht, die auch nicht regionale Produkte enthält, findet sich zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale. Wer dennoch zu anderen Zeiten auf Saisonprodukte nicht gänzlich verzichten möchte, der kann durch clevere Techniken ertragsarme Monate überbrücken. Die Initiative „Zu gut für die Tonne“ gibt wertvolle Tipps zum Haltbarmachen von Lebensmitteln wie etwa Einkochen, Einlegen und Fermentieren.

Was man also vom Spargel lernen kann: Braucht es klimabelastende Tomaten aus dem Gewächshaus im Winter? Sind Erdbeeren zu Weihnachten eine gute Wahl? Mit der gleichen Euphorie mit der aktuell die Spargelzeit genossen wird, sollten auch andere Lebensmittel wertgeschätzt werden. So finden wieder mehr saisonale und regionale Produkte Einzug in die Küche und man kann sich und der Umwelt etwas Gutes tun.


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